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Neues aus der Ouhout Avenue

So, es ist Zeit für ein Update. Und es gibt endlich auch Viel und Gutes zu berichten! 

 
Seit wir letzten Oktober nach Johannesburg gezogen sind, haben wir in einem Haus auf dem Gelände der Stadtmission Johannesburg gewohnt.
Die Stadtmission ist eine sympatische Gemeinde, zu der hauptsächlich ältere, deutschsprachige Leute kommen. Ihnen gefällt es sehr gut, dass wir mit unseren Lieben und unserem Leben hier eingezogen sind. Sie können sich mit uns als Familie so gut identifizieren, dass sie uns einen langfristigen Mietvertrag angeboten haben. Wir haben uns hier eingelebt und wir fühlen uns hier wohl - und so haben wir gerne zugesagt.

Mit dem neuen Mietvertrag kam ein Umzug innerhalb des Hauses. Wir als Familie bewohnen jetzt einen ganzen Flur, haben vier Schlafzimmer und zwei Badezimmer. Uns weckt morgens die Sonne und ich kann vom Schlafzimmer aus direkt in den Garten gehen. Bei dem ganzen warmen Wetter hier ist das ein fantastisch!

Für dem Moment ist dieses Arrangement für uns goldrichtig. Wir haben Platz und Privatsphäre, Sicherheit und eine faire Miete. Müssten wir uns irgendwo ein Haus mieten, dann würden wir für ein Häuschen dieser Größe locker das doppelte zahlen. Und das könnten wir uns nicht leisten. 

Wenn ich in mich hineinhöre, kann ich dann in diesem Haus mein Leben so leben, wie es im Moment richtig scheint? Ja. Fühle ich mich wohl? Ja. Kann ich mich hier entfalten und können meine Kinder hier frei sein? Ja. Kann ich es uns dieses Haus gemütlich einrichten? Ja. 
Wo wir in der nächsten Zeit wohnen werden ist damit klar. Endlich, nach langem Warten und vielen Gesprächen. Seit bald sechs Monaten wohnen wir schon hier. Ich würde nicht sagen, dass wir schon ganzeingelebt haben. Sechs Monate sind lang aber manches braucht länger. Vieles haben wir mittlerweile ausprobiert oder erlebt. Und vieles noch nicht. Wahrscheinlich brauche ich am längsten, um mich hierganz wohl (oder heimisch) zu fühlen. Ich bin froh, dass wir hier sind. Keine Frage. Es sind Alltagsdinge, die mich fördern und herausfordern. Ich merke, wie gut es mir geht, wenn mein Alltagverlässlich und eingespielt ist. Und soweit sind wir hier noch nicht. Viel Veränderung. Meine Rolle ist hier eine ganz andere als in Deutschland. Dort habe ich gearbeitet und hatte meine beiden Jungsund meinen Mann. Hier besteht meine Arbeit darin, ein Heim zu schaffen für meine (plötzlich) vier Kinder und für meinen Mann. Das ist schwierig weil wir viel Anfeindung erleben. Mir raubt es oft alleKraft, wenn ich unsere Familie so sehr verteidigen muss. 
Wie es unseren Kindern geht? So: 

Wie es uns im Einzelnen geht

William wird bald drei. Er freut sich auf seinen Geburtstag und fast jeden Tag auf den Kindergarten, in den er seit Januar geht. Dort macht er bei allen Altivitäten vollen Enthusiasmus mit. Er lässt sich schnell und gerne begeistern und es gibt kaum etwas, was er nicht gerne macht. Er freut sich seines Kinderlebens und steckt sein Umfeld damit an. Im Moment ist Lego bauen seine Lieblingsbeschäftigung. Und glücklich ist er, wenn er seinen großen Bruder seine Ideen begeistern kann. 

Ettiennes Thema gerade sind Zahlen. Er übt sich im Schreiben und Lesen und ist stolz, wenn ihm eine 33 oder eine 20 gelingt. Die Umstellung zur Großfamilie war und ist für meinen sensiblen Jungen schwierig. Oft muss er sich aufregen und fühlt sich falsch verstanden. Dann knallen die Türen und er weint bitterlich. Er braucht viel Zeit und Verständnis und genießt es, wenn ich mich ihm ganz alleine widmen kann. Nach wie vor fragt er viel, will alles verstehen und begeistert mich mit seinen kindlichen Erklärungen, die immer öfter komplett in Englisch kommen!
Er erklärt “Babyshower”: When a Mommy has a baby in her stomach and she really loves the baby then she wants to wash it. So she gets in the shower and cleans her stomach with the baby inside. That’s a Babyshower. 

Caitlin geht in die achte Klasse, also in die erste Klasse der Highschool. Jeden Tag findet sie neue Freunde und Hobbies. 

Sie begeistert sich für die meisten Sportarten und spielt Netball und Fußball. 
Sie ist gerne bei uns und versucht, sich in die Familie einzugliedern. Dabei ist sie ein typischer Teenager mit allem was das bedeutet! ;) 
Jonathan geht auch in die achte Klasse. Auch er findet schnell Freunde und geht gern zur Schule. Dass er sich dort Autoritäten unterordnen muss fällt ihm jedoch schwer. Mit seiner Art eckt er an. Manche können damit umgehen, andere nicht. Er weiß, dass er jederzeit bei uns willkommen ist. Und er weiß auch, dass hier, in unserer Familie, unsere Regeln gelten. Wir hoffen und beten, dass er sieht, welche Chancen sich ihm beten und dass er sie ergreift. Und wir beten, dass er versteht, welch einen Freund er in Jesus hat und dass nur er die Leere in seinem Herzen füllen kann und will.

Vernon arbeitet viel und gerne. Zum ersten Mal hat er einen Job, bei dem er seine Talente und Leidenschaften einsetzen kann und bei dem seine Ideen gefragt sind. Er war Anfang März für zwei Wochen beruflich in München. Dort hat er viele Inspirationen gesammelt und Kontakte knüpfen können. 

Familie und Job lassen ihm wenig Zeit für sich selber darum sind ihm die Fußballabende ein bis zweimal in der Woche sehr wichtig als Ausgleich. 
Ich selber? Ich bin ziemlich erschöpft. Mich in diesem Land, mit unseren Umständen und der Familie zurechtzufinden ist eine schöne Aufgabe und eine sehr fordernde. 
Ich verfolge einige Projekte und versuche, die Freizeit die ich habe gut und ausgeglichen zu nutzen. 

Vertrau´ stets deinem Heiland

Wir sind so froh, dass wir vor einem Jahr dem Ruf gefolgt sind und hierher gezogen. Ins Blaue und nur mit Vertrauen. Es zählt sich aus. Wir erleben, dass Gott uns hier haben will.
Die Herausforderungen kommen jeden Tag neu auf uns zu. Aktuell ist es Jonathans Situation, dass unser Auto schon wieder in die Werkstatt muss und dass wir zudem ein zweites Auto brauchen. Klingt unmöglich? Ich weiß. Es raubt mir viele Nerven.

 

Ich versuche täglich auf das zu vertrauen, was ich ganz sicher weiß. Etwas, das meine 95 jährige Großmutter mir beigebracht hat. “Vertrau stets deinem Heiland.” Er weiß, wohin es für dich geht. Er weiß, wie es dir geht und was du brauchst. Er wird dich versorgen. Sei nur ruhig, meine Seele.
Herzlichst, Ellie